über die Schulter geschaut

Iris Rieger von blumig

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    Ihre Mutter hat in der Gärtnerei des Onkels gearbeitet und so hat sie gesehen, welch harte Arbeit das war. „Aber dann bin ich in Mayen an einem wunderschönen Blumenladen vorbeigelaufen.“ Und dann war‘s passiert, die damals 18-Jährige hat nicht lange gefackelt, ist reinmarschiert und fragte, ob es eine Lehrstelle gibt. Imponiert vom Vorgehen der jungen Dame, hat die Ladenbesitzerin sie tatsächlich eingestellt. „Ich hatte eine strenge, aber wirklich gute Chefin und so blieb ich dabei“, erzählt sie begeistert. Obwohl es tatsächlich harte Arbeit ist. Keine langen Fingernägel, immer Pflaster in Reichweite, weil es schon mal piekst, immer ein bisschen kalt, ein bisschen nass und nicht sehr gemütlich – das bedeutet es, Floristin zu sein. „Aber ich kann kreativ sein und weiß morgens nicht, was der Tag bringt! Und das Beste – ich bin in meiner Heimat, als Ur-Viedeler lebe und arbeite ich mittendrin. Ich kenn viele Kunden persönlich und kann sie beraten“, schwärmt sie. Sehr gut, bei dem breiten Angebot: hier werden nicht nur Sträuße für Geburtstage gebunden und Deko für Weihnachten verkauft. Bei „blumig“ gibt es auch Dekoration für Hochzeiten, Brautsträuße, einen „Balkonkasten-Bepflanzungsservice“, Türkränze und auch die Begleitung im Trauerfall. Und dabei wird frische Ware verarbeitet. Dreimal die Woche geht’s zum Großmarkt und aus Remagen werden Freilandrosen und anderen frischen Schnittblumen geliefert. „Das ist ganz andere Qualität als vom Discounter, unsere Blumen werden von klein auf hochgezogen“, erklärt sie mit Freude.

    „Ach, ich mache vieles gerne bei meiner Arbeit“, lacht sie, „ganz besonders natürlich, wenn wir zum Beispiel auf Burg Pyrmont für eine Hochzeit dekorieren und Brautsträuße binden dürfen. Damit tragen wir zu diesem wunderschönen Tag bei und das macht uns auch glücklich. Dort arbeiten wir auch mit Jörg Mehlem, der Kichererbse, zusammen und das macht einfach Spaß!“

    „Der Herbst ist meine liebste Jahreszeit, man findet in der Natur so viele schöne Dinge, die man verarbeiten kann, da verlasse ich quasi nie ohne Astschere das Haus“, erklärt die blumige Naturliebhaberin. Iris Rieger ist gerne draußen, mit dem Fahrrad, zum Campen an der Mosel oder auch mit dem Hund einfach im „Dorf“ unterwegs, „und das ist Heimat für mich, dass ich zwei Stunden mit dem Hund unterwegs bin, weil ich so viele Leute treffe, mit denen man wunderbar ein Schwätzchen halten kann“, grinst die Ur-Maifelderin, die auch kein Mann hier weggeholt hätte – praktisch, dass auch er ein Viedeler ist!

    Und zu Hause? „Da herrscht eher Wildwuchs“, lacht die Floristin, „da kann es passieren, dass Freunde mich drauf hinweisen, dass der Garten bei mir doch nicht so aussehen darf“, lacht sie, „aber das stört mich nicht. Ich liebe ja auch die Felder zum Selberpflücken, Sonnenblumen am Wegesrand und einfach die Natur, so wie sie ist!“

    In ihrem Laden finden sich die Trends für jede Jahreszeit. „Im Moment steht Boho hoch im Kurs, also Naturmaterial, gedeckte Töne, Vintage ist immer noch angesagt. Und dann zu Weihnachten auch klassisch-edel schwarz mit Gold kombiniert. Und für Blumen-Anfänger gibt’s auch Tipps: drinnen sind Orchideen total pflegeleicht und für draußen sind Gräser toll und Hortensien. Hauptsache kein Steingarten“, mahnt sie. 


    Hier wird die persönliche Beratung großgeschrieben und das wissen die Kunden zu schätzen. „Und das war auch schön, dass nach dem Lockdown im Frühjahr sooo viele Kunden kamen. Zum Teil ohne etwas zu brauchen, einfach zur Unterstützung. Ein wirklich gutes Gefühl“, strahlt „Frau Blumig“ dankbar. Freuen wir uns auf blumige Zeiten in Viedel in Polch!