über die schulter geschaut

Sabine Daleiden

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    Sabine Daleiden, die ursprünglich aus der Eifel stammt, hat sich mit ihrer Familie nach mehreren Stationen in Deutschland 1996 den Traum vom Eigenheim in Münstermaifeld erfüllt. Hier wurden drei Kinder großgezogen und die Uhrmacher-meisterin begann zunächst von zu Hause aus, Uhren zu reparieren. „Das wurde aber einfach irgendwann zu viel. Dann geht Beruf und Privates ineinander über und das macht dann nicht mehr so viel Spaß“, berichtet sie. Da kam das kleine Ladenlokal, das 2014 leer stand, wie gerufen. „Ja, und dann hatte sie ihr ‚Schmuckkästchen‘“, grinst ihr Ehemann, „hier kann sie ihrer Kreativität absolut freien Lauf lassen“.


    Die Uhrmacherin wollte immer schon gerne was Eigenes. Und eigentlich hatte sie eine Lehre als Uhren- und Schmuckfachverkäuferin gemacht. Aber schon währenddessen merkte sie, dass sie viel Zeit in der Werkstatt verbrachte und es einfach zu interessant war. Und so machte sie eine Lehre zur Uhrmacherin und 1990 ihren Uhrmachermeister in Hildesheim. Nachdem sie in zwei Unternehmen die Werkstattleitung hatte und durch Versetzungen ihres Mannes den Ort wechseln musste, rückte die Idee mit dem „Eigenen“ in Münstermaifeld in greifbare Nähe. 

    „Es bereitet mir einfach so eine Freude, gerade auch alte Uhren wieder in Gang zu bringen, aber auch den Kontakt mit den Kunden genieße ich sehr, da merkt man jetzt schon deutlich, dass durch die Corona-Pandemie einfach viel verloren geht“, erklärt sie. Beim ersten Lockdown im Frühjahr war der Laden geschlossen und nur eine Reparaturannahme möglich. Jetzt ist er wieder geöffnet und strahlt umso mehr im weihnachtlichen Glanz. „Das ist eines ihrer Hobbies, dekorieren, Ideen sammeln und in ihr Ideenbuch notieren“, erzählt ihr Mann stolz. Er darf ihr ab und zu im Geschäft zur Hand gehen, aber Finger weg von Uhrwerken, das ist Chefinnensache! Beide Daleidens sind kontaktfreudig, haben sich in Münstermaifeld von Anfang an mit ihren Kindern engagiert, in Vereinen gekickt oder Karneval gefeiert. Sie wurden gut aufgenommen und fühlten sich gleich wohl. Und das merkt man den fröhlichen Eifelern auch im Umgang mit Kunden an. Da werden Gespräche geführt, sich nach der Gesundheit erkundigt oder interessiert gelauscht, welche Uhr die betagte Mutter der Kundin wieder in Schuss gebracht haben möchte. Und dazu kommt natürlich die ganz persönliche Beratung. Hier kann man nicht nur selbst tollen Schmuck aussuchen, sondern darf ihn mal anhalten, lässt die Uhr direkt anpassen und erfährt, was die neuesten Trends sind (unter uns: gelbgold ist wieder stark im Kommen ;-)).

    Und dann reißt der Gong der großen Uhr die Kunden aus dem Tagtraum in Gold und Silber, den die Uhrmacherin schon gar nicht mehr hört, aber einfach liebt: „Große und alte Uhren finde ich besonders spannend, im Gegensatz zu Kuckucksuhren beispielsweise“, lacht sie. „Aber kümmern tun wir uns um alle, das ist keine Frage. Erstaunlich ist manchmal, wie sich unsere Kundschaft zusammensetzt. Tatsächlich sind es eher Menschen aus der Umgebung als aus Münstermaifeld selbst, die den Weg zu uns finden. Und die Konkurrenz aus dem Internet ist für uns örtliche Geschäfte nicht zu unterschätzen“, gesteht die Ladenbesitzerin. Aber gejammert wird nicht, im Gegenteil, aus dem kleinen Laden hat die kreative Uhrenfachfrau auf liebevolle Art ihr ganz persönliches Schmuckkästchen gemacht, das auf jeden Fall einen Besuch lohnt. Das Angebot reicht von Uhren zu Schmuck für Sie und für Ihn. Vielleicht gibt’s ja zu Weihnachten das ein oder andere funkelnde Päckchen aus dem Geschäft, in dem selbst Rehe Uhren tragen. Wir wünschen es den Daleidens, die ihre Heimat lieben und Münstermaifeld um dieses wunderbare Angebot bereichern!