Simone Höger

    Link kopieren

    Aber von vorne! Bereits mit 8 Jahren fand Simone Höger die Uhren ihres Vaters so spannend, dass sie diese gerne mal untersucht und auseinandergenommen hat. „Beim wieder Zusammensetzen hat es etwas gehapert“, lacht sie, „aber ich habe schon immer gerne was mit den Händen gemacht.“ Nach einem Praktikum beim Uhrmacher war die Sache klar“. Sie arbeitete nach ihrer Ausbildung in zwei Betrieben, bevor sie sich dann zu Hause selbstständig machte. In ihrer Werkstatt nimmt sie Aufträge nach Vereinbarung entgegen und arbeitet auch für verschiedene Juweliere von Bonn bis Koblenz. Selbst trägt sie auch Uhren, „na klar, leider habe ich aber nur zwei Handgelenke, daher findet man hier im Haus auch überall Uhren“. 

    Das kann man wohl sagen! Neben einer antiken Uhr und einer großen Standuhr kommt einem eine beträchtliche, kunterbunte Sammlung von Küchenuhren aus den 50er-Jahren in der Küche entgegen. Fröhlich auf der grünen Wand, strahlen sie wie ihre Besitzerin, als sie von ihrer noch eher neuen Leidenschaft erzählt: „Oh, das war einfach nur schön, als ich Obermöhn geworden bin! Der Zusammenhalt im Verein und im ganzen Ort, ich habe mich so wohl gefühlt, weil alle hinter mir stehen. Und ich kann gar nicht sagen, was das Tollste war, die Proklamation, wo es ab ins kalte Wasser ging, oder die Umzüge, die Komplimente für die schönen Kostüme (das Hutmacherkostüm aus Alice im Wunderland wurde zum „rasenden Uhrmacher“ umgestaltet) oder einfach die tolle Zeit mit allen Aktiven rund um mich herum“, überlegt die Karnevalistin. Die früher eher Anti-Karnevalist war: „Damals war für mich das Schönste an Karneval, dass man zwei Tage frei hatte“, grinst sie. Das hat sich hier komplett gewandelt. Als ihre Tochter anfing zu tanzen, hat sie das Ganze begleitet und unterstützt, bis sie schließlich selbst eine Tanzgruppe übernommen hat. So ist sie reingewachsen und kann es sich heute gar nicht mehr anders vorstellen. Die Tochter hatte auch die Idee mit der Obermöhn und das war eine sehr gute, so scheint es! 


    Mit Leidenschaft erklärt die quirlige Uhrmacherin, wie sehr ihr das Dorf am Herzen liegt, dass dort für alle Generationen etwas angeboten wird und dass das Leben auf dem Land so viel bietet, wenn man die Augen aufmacht. Sie genießt die Ruhe und das Landleben mit regionalen Produkten und Leuten, die einfach auf dem Boden geblieben sind. Was sie sich nicht hätte vorstellen können? „Im Büro arbeiten, das wäre mir doch zu öde“, und das glaubt man ihr sofort. Sie engagiert sich im Verein und hofft, dass die Jugend nachzieht und das Ganze weiterführt. Zeit für Hobbies bleibt da nur ein wenig und wenn sie nicht gerade Mountainbike fährt, geht sie tatsächlich auch mal angeln. „Das war so eine Sache, die ich während des Lockdowns angefangen habe“, berichtet die stolze Angelschein-Besitzerin. Halbe Sachen macht sie keine und so können wir hoffen und ihr die Daumen drücken, dass sie nach der eher trostlosen Session während der Pandemie vielleicht 2022 noch einmal „Mertloch HELAU“ in ihrem tollen Kostüm rufen darf!