über die schulter geschaut

Udo Heinemann

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    Die Arbeit hat sich gelohnt und fand ihren Höhepunkt sicher beim Dorffest. Ende August 2015 durfte das Dorf bei schönstem Sommerwetter hunderte Besucher begrüßen. „Das Miteinander in Gappenach, bei diesem Festjahr war unbeschreiblich“, erinnert sich Heinemann.

    Nun, das ist das, was viele von außen betrachtet mit Gappenach verbinden. Aber es geht weit mehr. Und eine Person spielt dabei eine zentrale Rolle: der Ortsbürgermeister. Seit 2014 ist er im Amt und denkt kein bisschen ans Aufhören. Der gebürtige Nordhesse ist der Liebe wegen aufs Maifeld gezogen. Seine Frau lernte er kennen, weil ihr Bruder mit ihm bei der Bundeswehr Dienst tat. 1994 wurde dann in Gappenach ein Haus gebaut. „Ich habe mich hier gleich so wohlgefühlt und bin geblieben“, schwärmt der Sauerländer. Rund 20 Jahre später, als seine Pensionierung anstand, wurde er gefragt, ob er nicht bei der anstehenden Wahl kandidieren möchte. „Na, dachte ich, Füße hochlegen willste noch nicht, könnste mal versuchen, vielleicht wirst du gewählt“, berichtet er. Und so kam es, dass er – der bis dahin wenig Berührung mit der Kommunalpolitik hatte – Ortsbürgermeister wurde. „Das war spannend, hat mich aber zu keiner Zeit verunsichert. Man wusste nur nicht, was auf einen zukommt. Doch wer A sagt, muss auch B sagen“, grinst er. „Und dann stand ja direkt die 800-Jahr-Feier vor der Tür!“ Aber diese erste Herausforderung wurde gemeinsam mit dem ganzen Dorf gemeistert und ist bis heute in Erinnerung.


    „Als Ortsbürgermeister ist es meine Aufgabe, zu vermitteln, zu schauen, wo es hakt, und natürlich möchte ich gerne etwas bewegen und zusammen mit dem Ortsgemeinderat Entscheidungen treffen, die uns voranbringen. Das ist oft nicht so einfach, beispielsweise arbeiten wir seit Jahren im Gemeinderat an der Umsetzung des Baugebietes. Das ist oft langwierig, alle Genehmigungen müssen da sein, man braucht auch Geduld und Durchhaltevermögen, aber langsam sind wir auf der Zielgeraden“, freut er sich.

    In Gappenach ist einiges los! Die Kolpingfamilie, sorgt für viel Dorfleben und verbindet Generationen. Eine Seniorengruppe bietet für ca. 22 ältere Menschen eine schöne Abwechslung vom Alltag, dazu gibt’s Yoga und Qi-Gong – „Das ist leider in Zeiten von Corona nicht umzusetzen. Bei anderer Witterung, im Sommer, da konnte man viel draußen machen. Jetzt im Winter geht im gesellschaftlichen und sozialen Leben wirklich viel verloren“, bedauert der Wahl-Maifelder.

    Udo Heinemann engagiert sich gerne, wenn etwas Zeit übrig ist. Er denkt nicht einfach nur an sich, sondern ist Ehrenamtler von Herzen und hat gerne mit Menschen zu tun. So hat er sich nach seiner Pensionierung noch weiter engagiert und ist seit 5 Jahren in der Betreuung zur Unterbringung von Flüchtlingen aktiv. Hier ist er im Auftrag der Verbandsgemeindeverwaltung Maifeld vor allem damit beschäftigt, Ausstattung für Flüchtlinge zu besorgen, Bestandsaufnahme in den Wohnungen zu machen und so zu helfen. „Dabei habe ich wirklich positive Erfahrungen gemacht. Der Umgang mit allen – Flüchtlingen, anderen Beteiligten von Verwaltungen und so weiter – war durchweg freundlich und hilfsbereit. Mir ist es wichtig, in meiner freien Zeit etwas Sinnvolles zu machen.“

    Der Ortsbürgermeister von Gappenach bietet – wie viele andere – eine Sprechstunde an. „Die ist nicht sehr gut besucht, aber ich möchte es beibehalten und hier im Haus der Gemeinde als Ansprechpartner da sein“, erklärt der Herr der Schlüssel – denn auch das ist ein Ortsbürgermeister meistens. Übrigens, wenn man samstagsmorgens in Gappenach unterwegs ist, hat man gute Chancen ihn zu treffen, beim Bäume schneiden oder Blätter fegen oder was grade anfällt. Der herzliche Maifelder geht dann einer lieb gewonnenen Tradition nach und unterstützt den Gemeindearbeiter. Und wenn man ihn dabei erwischt, kann man ihn gerne ansprechen!

    Und wenn dann noch etwas Freizeit übrig ist, ist Udo Heinemann gerne sportlich unterwegs: „Ja“, lacht er, „da wird dann gerne mal das E-Bike gequält.“ Gemeinsam mit seiner Frau erkundet er so das Maifeld, die Mosel und die schöne Gegend rundherum.