Gemeinsam sind wir stärker gilt auch für Kommunen:Maifelder Städte und Gemeinden sollen noch näher zusammenrücken

In Zeiten leerer Geldsäckel ist der Spielraum der Privatleute wie auch der Kommunen beschränkt. Doch lässt sich nicht auch mit vergleichsweise wenig finanziellem Aufwand einiges bewirken? Haben die einzelnen Gemeinden nicht erhebliche Vorteile, wenn sie noch enger mit anderen Kommunen zusammenarbeiten? Darüber wurde während der Ortsbürgermeisterdienstbesprechung in der Stadthalle Münstermaifeld diskutiert.
„Wir haben bewusst einen anderen Rahmen gewählt als bisher. In lockerer Runde wollen wir zwanglos zusammen sitzen und Ideen austauschen“, begrüßte Bürgermeister Maximilian Mumm die zahlreichen Teilnehmer zum Workshop mit Schwerpunkt „Zukunftsaufgaben für unsere Gemeinden und Städte“.

 


Bei der Ortsbürgermeisterdienstbesprechung in der Stadthalle Münstermaifeld war die aktive Mitarbeit der Teilnehmer gefordert. Jeder sollte Stärken und Schwächen der Gemeinden notieren. Bürgermeister Maximilian Mumm hatte bewusst einen zwanglosen Rahmen zum Ideenaustausch gewählt.Das Maifeld wird zu den Gewinnern der demografischen Entwicklung gehören, stellte Dipl.-Ing. Friedrich Hachenberg vom Planungsbüro Stadt-Land-plus in Boppard-Buchholz mit Blick auf die Prognose für 2020 gleich zu Beginn klar. Die Zahl der Einwohner wird weiter leicht steigen, der Anteil der Kinder und Jugendlichen bleibt voraussichtlich überdurchschnittlich hoch. Es wachsen aber auch die Herausforderungen. In den Dörfern gibt es einen hohen Anteil ortsbildprägender Bausubstanz mit immerhin 2424 vorhandenen ehemals landwirtschaftlichen Gebäuden, die es weiterhin sinnvoll zu nutzen und zu erhalten gilt. In Sachen Infrastruktur, familienfreundliche und altersgerechte Versorgung ist nach wie vor Handlungsbedarf.
„Zeitgemäße Dorferneuerung steht an und dafür brauchen wir eine dialogorientierte Planung“, fasste Hachenberg zusammen. Sprich: Der Bürger soll als Experte in eigener Sache frühzeitig mit einbezogen werden in die Planung, damit er sich stärker mit seinem Ort identifizieren kann und vielleicht auch motivierter zur Mitarbeit bei Eigenleistung ist. Aber auch über die einzelnen Gemeinden hinaus ist ein größeres Zusammenwirken denkbar. Stichwort interkommunale Zusammenarbeit. Erste Ansatzpunkte dazu sieht Landschaftsplaner Dipl.-Ing. Manfred Brechtel aus Mörz bereits im Maifeld. Etwa bei Seniorentreffs und Kindertagesstätten.
Unter der Regie seines Kollegen Thomas Zellmer, Dipl.-Geograf aus der Eifel, begann dann der aktive Teil des Workshops: Ortsbürgermeister, - beigeordnete und –vorsteher waren aufgerufen, Stärken und Schwächen zu erkennen, Handlungsbedarf und –möglichkeiten ihrer Kommune aufzuzeigen. Dabei wurde deutlich: Zur großen Stärke unserer Orte zählen Natur und Landschaft, die Nähe zu Schulen und Kindergärten, aber auch zu Mittel- und Oberzentren. Positiv sind auch Infrastruktur, Vereinsleben und Dorfgemeinschaft.
Als größte Schwachpunkte sehen die Gemeindevertreter Leerstände in den Orten, fehlende finanzielle Möglichkeiten und Mankos im Bereich Straße/Verkehr. Auf der Negativseite erscheinen noch Baulücken in privater Hand, die manchmal auch die Erschließung neuer Baugebiete behindern, fehlende Gastronomie und Geschäfte, aber auch Kirchtumdenken und mangelndes bürgerliches Interesse. Sowohl als Stärke wie auch als Schwäche werden ÖPNV und Tourismus empfunden.
Im nächsten Schritt galt es zu überlegen, wo die Gemeinden aktiv ansetzen können und in welchen Fällen ein Handeln eher schwierig ist. In der Diskussion zeigte sich, dass Gemeinden wie Verbandsgemeinde am Schwachpunkt Finanzen so schnell nichts ändern können. Zellmer sieht aber Einsparpotential beispielsweise durch die gemeinsame Nutzung von Fahrzeugen und Geräten.
Die Öffnungszeiten der Gastronomie ließen sich seiner Ansicht nach durch Absprachen untereinander verbessern. Um die Situation der fehlenden Geschäfte zu entschärfen, liefert er folgende Idee: Alle „fahrenden“ Anbieter wie Bäcker, Metzger und andere könnten angesprochen werden, ob sie zu einer bestimmten Zeit an einem Tag in der Woche zusammen auf dem Dorfplatz ihr Sortiment offerieren. Als Sofortangebot für die Bürger wäre auch eine Information der Gemeinde, wann welche Anbieter im Ort sind, schnell zu bewerkstelligen.
Dies sind nur einige der angesprochenen Punkte. Durch den lebhaften Dialog der Ortsbürgermeister, -beigeordneten und -vorsteher wurde der Zeitrahmen gesprengt. Mitten in der Diskussion musste abgebrochen und ein neues Treffen vereinbart werden, um die Thematik weiter auszuarbeiten. Das zeigt, dass die Teilnehmer durchaus Potential für einen weiteren Dialog sehen. Abschließend zeigte sich Bürgermeister Mumm optimistisch „Man sieht, dass auch mit relativ kleinen Schritten eine Verbesserung der Situation zu erreichen ist.“

 
 
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