So lang ist der Bremsweg selbst bei Tempo 30

„Warum denn gerade ich?“ Die 18-jährige Helena ist nur ungern bereit, als Demonstrationsobjekt zu dienen. An der jungen Schülerin erklärt Joachim Notzon von der Verkehrswacht Mayen-Koblenz, wie nah der Fahrer am Steuer sitzen und wie hoch seine Kopfstütze sein sollte. Stunden später ist die junge Frau nicht mehr wiederzuerkennen. Selbstsicher und gekonnt absolviert sie die Übungen auf dem Flugplatz Mendig. Zur großen Freude nicht nur des Fahrlehrers, der dem schwarzen Astra anerkennend nachblickt: „Besser geht es nicht. Wenn ihr das heute Morgen einer gesagt hätte, hätte sie uns als verrückt bezeichnet.“ Helena war eine von insgesamt 15 jungen Autofahrerinnen und Autofahrern aus dem Maifeld, die das Angebot der Verbandsgemeindeverwaltung genutzt und sich am Fahrsicherheitstraining in Mendig beteiligt haben.

 


Noch etwas müde und leicht erschlagen von den technischen Details stellten sich die jungen Teilnehmer des Fahrsicherheitstrainings am Morgen zum Gruppenfoto auf.Jugendkoordinatorin Diane Junglas vom Ju+X-Team der Verbandsgemeinde Maifeld begrüßte die teilweise noch etwas verschlafen wirkenden Kraftfahrer. Nach einem Theorie-Pflichtteil über Autosysteme wie ABS (Antiblockiersystem), ESP (Elektronisches Stabilitäts-Programm) und ASR (Antriebsschlupfregelung), über die Notwendigkeit guter Reifen und was ihre Beschriftung bedeutet wurde es dann ernst.
Auf dank Rasensprengern nasser Fahrbahn galt es, in einem abgesteckten Bereich des Flugplatzes eine Vollbremsung durchzuführen. Zuerst bei Tempo 30, dann bei 40 oder 50 Sachen. Dabei zeigte sich, dass die Hemmschwelle einer Angefeuert von Joachim Notzon wagten die in zwei Gruppen aufgeteilten Autofahrer die Vollbremsung und staunten über die Länge des Bremsweges. Vollbremsung nicht so einfach zu überschreiten ist. Es wurde aber auch deutlich, wie lang der Bremsweg selbst bei nur 30 Stundenkilometern und wie viel länger er bei Fahrzeugen ohne ABS ist.
Im Anschluss ging es auf eine Matte, die Schneeglätte vortäuschte und den Bremsweg entsprechend verlängerte. Mit jeder Übung wurden die jungen Teilnehmer, darunter auch fünf 17-Jährige, die mit ihrer Begleitperson am Steuer sitzen mussten, immer sicherer und selbstbewusster. Bravourös lenkten sie während der Vollbremsung um ein Hindernis und meisterten einen Slalomparcours.
„Wow, das war cool“, „das hat richtig Spaß gemacht“ oder „das war viel schwerer als ich dachte“, so einige Kommentare der Teilnehmer, die durchweg alle begeistert waren und von einem gleichermaßen lehr- wie erlebnisreichen Tag schwärmten.

Nach den jungen sind demnächst die weiblichen Kraftfahrer an der Reihe. Am Samstag, 10. September 2011, veranstaltet die Gleichstellungsbeauftragte der Verbandsgemeinde Maifeld, Angelika Saewe, ein Fahrsicherheitstraining für Frauen. Anmeldungen unter Telefon 02654 9402-209.

 

 
 
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