Auch mit 87 Jahren noch jung genug zum „Lebenslangen Lernen“

Bereits im Vorjahr hatte der Seniorenbeirat der Verbandsgemeinde Maifeld zu einem Kurs zum Einstieg in das Internet eingeladen. Damals war das Interesse der Maifelder Senioren schon sehr groß. „In diesem Jahr stand das Telefon nach unserer Ankündigung der Seminare kaum still“, berichtet Marc Battenfeld, Koordinator für Seniorenarbeit der Verbandsgemeinde Maifeld. „Es zeigt, dass das Thema Internet für die Senioren zunehmend relevanter wird und ein hoher Informationsbedarf besteht“. Dank der Unterstützung durch das Institut für Medienpädagogik des Landesfilmdienstes Rheinland-Pfalz e.V. konnten im Rahmen des Projektes „lokal-global“ wieder fünf hochmoderne Computer für die Seminare genutzt werden. Die Verbandsgemeindeverwaltung Maifeld unterstützte den Seniorenbeirat durch die Bereitstellung weiterer fünf Computer. Außerdem begleiteten ihre Mitarbeiter Markus Weidle und Frank Schmidt die Kurse mit Ihrer EDV-Fachkompetenz.

 


Mit dem Seniorenbeirat der Verbandsgemeinde Maifeld schafften 23 Kursteilnehmer den Einstieg ins Internet.Aller Anfang ist schwer und so beschäftigte sich die Seminargruppe zunächst eingehend mit dem Browser, einem Computerprogramm, mit dessen Hilfe die Nutzung des Internets erst möglich wird. „Besonders schwierig war es für mich, mich in die Denkweise eines Computers hineinzuversetzen“, berichtet eine Teilnehmerin, die beim Beenden eines Befehls oft vergaß, die Eingabetaste zu drücken, und sich dann wunderte, warum der Computer nicht wie gewünscht reagierte: „Anders als ein Mensch, denkt er nun mal nicht mit und man muss ihm haarklein sagen, was er zu machen hat.“
Themenschwerpunkte im Umgang mit dem Internet waren dann die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten. Obwohl das Internet vorrangig zum Informationsaustausch und zur Kommunikation entwickelt wurde, hat es seine Nutzungsmöglichkeiten im Lauf der Jahre erweitert, so z.B. um die Bereiche Unterhaltung, Kaufen und Verkaufen, Internetbanking oder das Planen und Buchen von Urlaubsreisen. „Interessant für mich war, welch unterschiedliche Schwerpunkte meine Mitteilnehmer beim Nutzen des Internets haben. Während viele es für die Kommunikation mit Freunden und Bekannten nutzen, steigt das Interesse, das Internet als Kaufmöglichkeit oder zumindest zur Preisinformation zu nutzen. Auch die Bereiche Onlinebanking und Unterhaltung z.B. durch das Anschauen von Filmen interessierten viele Senioren im Kurs“, resümierte ein Kursteilnehmer.
Mit seinen Seminaren verfolgt der Seniorenbeirat ein Ziel, das bereits seit dem Jahr 2004 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung als „ein wesentlicher Bestandteil für den Zusammenhalt der Gesellschaft“ formuliert wurde: das Konzept „Lebenslanges Lernen“. Marc Battenfeld weiß um die Bedeutung des Internets gerade für das Lebenslange Lernen: „Viele Senioren vertreten den Standpunkt: Da bin ich schon zu alt für oder das brauche ich nicht mehr.“ Dabei erinnert er an frühere Innovationen wie das Auto oder das Telefon: „Auch hier herrschte zunächst große Skepsis, aber wer sich der Technologie versperrte, war nachher im Nachteil.“
Lebenslanges Lernen solle auch die Ausgrenzung von Teilen der Bevölkerung verhindern. Wenn ein heute 60-Jähriger meine, er brauche das Internet nicht mehr, gehe er womöglich ein Risiko ein. Battenfeld: „Seine Lebensspanne kann durchaus noch 30 Jahre betragen und der Stellenwert des Internets für das öffentliche Leben wird in diesem Zeitraum sicherlich noch beträchtlich anwachsen.“ Dass man auch mit über 80 Jahren noch nicht zu alt ist um in das Internet einzusteigen, stellte der älteste Seminarteilnehmer eindrucksvoll unter Beweis: Auch mit 87 war er noch mit viel Spaß bei der Sache.

 
 
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