Thema Rechtsextremismus: Eltern sollen genau hinhören bei der Musik ihrer Kinder

Der Kriminalpräventive Rat der Verbandsgemeinde Maifeld will vorbeugende Maßnahmen zur Verhinderung von Kinder- und Jugendkriminalität ergreifen, die Bevölkerung aufklären und mithelfen, Straftaten zu verhüten. Deshalb behandelte er in seiner jüngsten Veranstaltung das Thema Rechtsextremismus. Thorsten Schwarz von der Polizei Mayen referierte im Ratssaal der Verbandsgemeinde Maifeld in Polch über erste Anzeichen für ein mögliches Abdriften von Jugendlichen.

 


Bürgermeister Maximilian Mumm, Vorsitzender des Kriminalpräventiven Rates der Verbandsgemeinde Maifeld, und Polizeioberkommissar Thorsten Schwarz bei der Begrüßung zur Informationsveranstaltung über Rechtsextremismus im Ratssaal in Polch.„Glücklicherweise ist Rechtsextremismus in unserer Verbandsgemeinde zurzeit nicht aktuell“, sagte Bürgermeister Maximilian Mumm in seiner Begrüßung, verwies aber auf Vorfälle in benachbarten Verbandsgemeinden. Weil latente Gefahren eigentlich immer und überall bestehen und gemäß dem Motto „Wehret den Anfängen“ hatte der Kriminalpräventive Rat sich im Rahmen der vorbeugenden Informationen für dieses Thema entschieden.
„Das Internet ist nicht mehr wegzudenken aus unserem Leben, birgt aber auch viele Gefahren für die Jugendlichen ebenso wie Möglichkeiten für radikale Gruppierungen“, meinte Polizeioberkommissar Schwarz. Aus dem Polizeialltag wusste er zu berichten, dass bestimmte Videos in „You Tube“  auf Drängen der Beamten schon gesperrt oder ganz rausgenommen worden waren, über Umwege aus dem Ausland dann aber doch wieder zurückkamen: „Die rechte Szene nutzt vielfältige Werbemöglichkeiten, die sich in Musik, Internet, Spielen, Internetportalen und Comics verbergen können.“
Deshalb empfiehlt Schwarz den Eltern, die Augen aufzuhalten für das Verhalten ihrer Kinder und ihren Umgang mit Internet und Co. Väter und Mütter sollten sich die Mühe machen und sich mit der Musik beschäftigen, die die jungen Leute hören. Auf dem PC oder dem USB-Stick ihrer Kinder könnte durchaus auch mehr sein als nur Techno, Rock und Rap. Die Texte seien oft schwer zu verstehen, enthielten manchmal aber gefährliches Potenzial. Als Beispiel nannte der Polizeioberkommissar die „Zillertaler Türkenjäger“, deren Name schon für sich spreche.
„Sofort als ich nach Hause kam, fragte ich meinen Sohn, ob er diese Musikgruppe kennt“, berichtet die Mutter eines elfjährigen Schülers. Der junge Mann hatte davon noch nie gehört. Seine Mutter war beruhigt. Auch deshalb, weil sie sich besser gewappnet fühlt, mögliche Anzeichen für Kontakte mit der rechten Szene zu erkennen: „Für uns Eltern war das eine ganz wichtige Veranstaltung, bei der wir viel Neues und auch konkrete Beispiele erfahren haben. Nur schade, dass nicht mehr Zuhörer dabei waren.“
Übrigens: Sollten Väter oder Mütter Hinweise auf einen möglichen Kontakt ihres Kindes zur rechten Szene entdecken, können sie sich bei den Jugendsozialarbeitern der Verbandsgemeinde (Telefon 02654/9402-222 oder -202) melden. Diese unterliegen der Schweigepflicht, können die betroffenen Eltern beraten und sich für sie auch bei öffentlichen Stellen erkundigen.

 
 
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