Wenn Cremes mehr schaden als helfen

Gesundheit geht uns alle an und – mal ehrlich - schön wollen wir doch sowieso sein. Was können wir tun, um unsere Haut gesund und schön zu erhalten? Darum ging es in einem Themenabend, mit dem die Gleichstellungsbeauftragte der Verbandsgemeinde Maifeld, Angelika Saewe, die für 2013 geplante Veranstaltungsreihe rund um das Thema Gesundheit eröffnete. Drei Stunden lang fesselte Referentin Martina Bang-Dosio aus Wierschem, Diplom-Geographin und Dozentin für Erwachsenenbildung im Bereich Gesundheit und Lebensberatung, die knapp 30 Damen und einen Herrn, mit ihrem Vortrag.

 


Angelika Saewe (rechts) und Martina Bang-Dosio planen noch weitere Veranstaltungen zum Thema Gesundheit.Nachdem sie erst einmal Aufbau und Funktion der mit allen Schichten nur wenige  Millimeter  dicken Haut erklärt hatte (u.a. Teil des Immunsystems, Säureschutzmantel, Temperaturausgleich, Tastorgan, Ort wichtiger Stoffwechselprozesse, Kontaktorgan zur Außenwelt, ), stellte sie die Inhaltsstoffe zahlreicher Cremes und Pflegemittel vor, die jung und frisch halten sollen, oft aber negative Auswirkungen haben.
Rund 9500 verschiedene kosmetische Inhaltsstoffe enthält die sogenannte INCI-Liste (Internationale Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe). „Sie erhebt keinen Anspruch auf  absolute Vollständigkeit. Tatsächlich werden es immer mehr“, berichtete Martina Bang-Dosio und beklagte, dass die Bezeichnungen für die Verbraucher wie chinesische Dörfer klingen. Hinter komplizierten Namen verbergen sich oft Stoffe, die die Haut austrocknen, beispielsweise Alkohol, Glycerin, aggressive Waschsubstanzen und sie für schädliche Keime angreifbar machen.  Aber auch Stoffe, die in Verdacht stehen, Allergien oder Krebs auszulösen, finden sich in pflegender wie dekorativer Kosmetik: beispielsweise Diethanolamine (DEA), DMDM (Formaldehyd), Fluor (starkes Zellgift), Oxybenzon (Lichtschutzfilter, wirkt ähnlich wie Sexualhormone, kann bei Säugetieren zu Unfruchtbarkeit führen).

Bürstenmassagen für Haut und Haar.Was tun? Die Referentin verwies auf seriöse Naturkosmetik  ohne bedenkliche Inhaltsstoffe sowie auf naturreine Öle für die  tägliche Haut- und Haarpflege und gab Tipps, was wir im Alltag für unsere Haut tun können: Gut tun Bewegung an frischer Luft, Kneipp‘sche Anwendungen (z. B. Tautreten, Gesichtsguss), Sauna, Entspannungsübungen zum Stressabbau, Bürstenmassagen mit Naturborsten für Haut und Haar. Grundlegend wichtig für die Hautgesundheit ist eine gesunde Verdauung  und damit  natürlich die Ernährung: Unter dem Motto „essen, was schön macht“ empfahl die Fachfrau möglichst viele frische Produkte zu verzehren. Einige Beispiele: Tomaten und Möhren (bewirken bei täglichem Verzehr natürlichen Sonnenschutz LSF 4), Brokkoli (Vitamin B beschert frischen Teint und lindert kleine Entzündungen), Spinat (Vitamin B2 unterstützt den Stoffwechsel), grüner Tee (antioxidativ, entzündungshemmend), Beerenobst (Vitamin C für Hautelastizität), Vollkornprodukte (verdauungsfördernd, Vitamin B-Lieferanten), hochwertige Öle wie Raps- und Walnussöl , sauer eingelegte Gemüse (Sauerkraut) oder Sauermilchprodukte (wenn keine Eiweißunverträglichkeiten bestehen).
Trotzdem gilt: „Wir können den Alterungsprozess nicht hinausschieben, wir können nur verhindern, dass er beschleunigt wird“, meinte Martina Bang-Dosio und zitierte: „Mit 20 hat jeder das Gesicht, das Gott ihm gegeben hat. Mit 40 das, das das Leben ihm gegeben hat. Mit 60 das, das man verdient.“
Die kleine Checkliste mit den gängigsten Inhaltsstoffen können sich interessierte Bürgerinnen und Bürger kostenlos im Bürgerbüro abholen.

In der nächsten Veranstaltung der Gleichstellungsbeauftragten am 26. Juni, geht es unter dem Motto „Das verflixte Schlaraffenland“ um Thema Ernährung und die Tricks der Nahrungsmittelindustrie.  Die Teilnehmer/innen können selbst testen, ob sie geschmackliche und qualitative Unterschiede herausfinden.

 
 
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