„Lasst die Nahrung so natürlich wie möglich“: Themenabend mit Infos zu gesundem Essen und Probierecke

Wo Vollkorn draufsteht, muss nicht unbedingt Vollkorn drin sein und was als gesund angepriesen wird, ist manchmal alles andere. In der jüngsten Veranstaltung der Gleichstellungsbeauftragten der Verbandsgemeinde Maifeld, Angelika Saewe, ging es um das „verflixte Schlaraffenland“ oder gesunde Ernährung im Allgemeinen und Besonderen. Die Referentin Martina Bang-Dosio, seit 30 Jahren schon in der Ernährungsberatung tätig, informierte nicht nur, sie ließ die knapp 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch ausprobieren: Welches der angebotenen Proben ist echtes Vollkornbrot? Welche Möhren sind „bio“?

 


Was ist Vollkorn? Was ist "bio"?. Die Teilnehmer/innen sollen entscheiden.Das Ergebnis bestätigte die Aussage der Referentin über die Tricks der Lebensmittelindustrie, die dem Verbraucher durch die braune Farbe des enthaltenen Invertzuckers oder Karamellsirups  und einigen Körnern als Zugabe vorgaukelt, dass es sich bei dem Brot aus Auszugsmehl um Vollkorn handelt. Auch der Aufdruck Vollkorn gilt nicht als Garantie: „Dann müssen zwar je nach Sorte 30 bis 90 Prozent Vollkorn darin sein, das Produkt kann mit einem gesunden Brot aus dem frisch gemahlenen ganzen Korn und ohne künstliche Inhaltsstoffe aber tatsächlich nichts zu tun haben“, meinte Bang-Dosio.
Ihre Erfahrung: „Vieles, was wir heute kaufen, hat mit einem Lebensmittel nichts mehr zu tun und macht uns auf Dauer krank.“ Zwar könne der Organismus Defizite lange ausgleichen, nach 10, 15 oder 20 Jahren stellten sich aber oft ernährungsbedingte Zivilisationskrankheiten ein. Als wichtigste Regel für die gesunde Nahrung zitierte sie den Arzt und Wissenschaftler Professor Werner Kollath, der schon Mitte des 20. Jahrhunderts gefordert hatte: „Lasst die Nahrung so natürlich wie möglich.“ Der Fachmann hatte Nahrungsmittel in sechs Gruppen eingeteilt von naturbelassen über mechanisch verändert, fermentiert, erhitzt, konserviert bis zu Präparat und hielt nur bis einschließlich vier (erhitzt) für empfehlenswert.

An der Probierecke warten kleine Schmankerl.Bei einem Test mit einem ganzen Korb voller Einkaufskörbe durften sich die Teilnehmer dann in der Zuordnung zu den verschiedenen Gruppen üben und merkten: Wirklich naturbelassen ist die Ausnahme. Auf jeden Fall zu meiden sind nach Bang-Dosio Fabrikzucker, Auszugsmehle, Fabrikfette, gekochtes Obst/Säfte. Täglich essen sollten wir Vollkornbrot, Frischkorngerichte, natürliche Fette (Butter, Öle), Frischkost aus Obst (1/3) und Gemüse (2/3). Letzteres am besten immer vor dem warmen Essen, weil dies besser für den Stoffwechsel ist.
Die Referentin brachte auch den Begriff der Eiweißmast auf, dem Zuviel an Fleischwaren, Käse, Joghurt oder Quark, das in Form von Eiweißspeichern in den Zellen den Stoffwechsel behindert. Oft festzustellen sei auch ein Mangel an Vitamin B1 (enthalten in Getreide), der sich durch den verstärkten Appetit auf Kohlenhydrate bemerkbar mache.

Referentin Martina Bang-Dosio und Gleichstellungsbeauftragte Angelika Saewe.„Dieser Süßhunger hört auf, wenn wir genug Frischkost und Getreide essen, weil wir dann wieder ausreichend Vitamin B haben“, versprach die Referentin und riet gleichzeitig vor künstlichen Vitaminen ab. Wie gut richtiges Vollkornbrot und frisch zubereiteter gesunder Brotaufstrich beispielsweise aus Butter mit Sesam oder Möhren und Tomatenmark sein kann, erlebten abschließend alle Teilnehmer des Themenabends in der Probierecke, wo auch die Rezepte auslagen.
„Das bringe ich auf jeden Fall in meiner Familie auf den Tisch“, meinte Angelika Saewe und bedankte sich für einen hochinteressanten, informativen wie kurzweiligen Themenabend.

Bei der nächsten Veranstaltung der Gleichstellungsbeauftragten geht
es Ende September um das Thema Wechseljahre.

 
 
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