Vom Maifeld nach Santiago de Compostela: Der Jakobsweg beginnt vor der Haustür

Dass der schönste Wanderweg Deutschlands in der Ferienregion Maifeld liegt, ist inzwischen allgemein bekannt. Aber wussten Sie auch, dass direkt vor unserer Haustür ein Teilstück des Jakobsweges verläuft? Spätestens seit Hape Kerkelings „Ich bin dann mal weg“ ist Pilgern sozusagen „in“. Immer mehr Menschen steigen für einige Tage oder Wochen aus dem Alltagsstress aus und gehen auf Pilgerschaft, z. Beispiel nach Lourdes oder Richtung Santiago de Compostela. Schon seit der ersten Jahrtausendwende hat sich diese Stadt in Galicien neben Rom und Jerusalem zum wichtigsten Wallfahrtsziel der Christen entwickelt.

 


Die Kathedrale von Santiago de Compostela mit dem Grab des heiligen Apostels Jakobus - Ziel der Pilger auch aus dem Maifeld.Aus aller Herren Länder kamen und kommen die Gläubigen nach Spanien zum Grab des heiligen Apostels Jakobus. Die von ihnen genutzten Strecken wurden zum Camino de Santiago (Camino kommt aus dem Spanischen und bedeutet Weg). Das Netz dieses Jakobsweges zieht sich inzwischen durch ganz Europa. Neben den vier bis sechs Hauptrouten gibt es unzählige Verästelungen.  Der „Weg der Deutschen", die „Via Lemovicensis", ging von Vezelay in Burgund aus und war der Hauptweg aus Nord- und Westdeutschland sowie aus Osteuropa.
Auch vom Rhein aus begaben sich die Gläubigen über Andernach und Mayen auf die über 2000 Kilometer lange Reise. „Der Eifel-Camino ist der historische Weg. Den benutzten die Jakobspilger schon vor hunderten von Jahren“, sagt Heinz Schäfer von der St. Matthias-Bruderschaft Mayen. Auch er selbst hat ihn – aufgeteilt in Etappen von ca. 3000 Kilometer in zwei bis vier Wochen pro Jahr - schon ausprobiert. Seine Bruderschaft betreut den Eifel-Caminio. Zwei Zubringerverbindungen der großen Route vom Rhein nach Trier führen von Lonnig über Minkelfeld und Kerben nach Polch beziehungsweise von Münstermaifeld über Naunheim und Mertloch nach Polch und weiter nach Mayen. Parallel zum Eifel- gibt es noch den Mosel-Camino, von dem ein Abschnitt von Koblenz-Stolzenfels nach Trier führt. Auch er führt durch das Maifeld: Als Tagesetappe wird die Route Alken-Karden empfohlen, die über Löf und Hatzenport hinauf aufs Maifeld nach Lasserg und zur Burg Eltz geht.

Pilgerausweis des Eifel-Camino.Die Burg der Burgen ist Gäste aller Art und aus allen Nationen gewohnt. In dem kleinen Münstermaifelder Stadtteil Lasserg aber fallen die Wallfahrer (noch) auf. „Die Zahl der Pilger wächst stetig“, hat Ortsvorsteherin Heike Brücher beobachtet, die sich über das rege Interesse an ihrem Heimatortes freut.
Zu erkennen sind die Wallfahrer an der Muschel, dem Symbol aller Jakobswegpilger. Die fächerförmig gerippte Schale wird an Rucksäcken oder Fahrradtaschen befestigt oder mit einer Schnur um den Hals getragen. Sie ziert Kilometersteine und Schilder, auf denen sie stilisiert in Gelb auf blauem Untergrund prangt. Ganz früher wurden die Muschelschalen im atlantiknahen Santiago de Compostela als Ankunftsnachweis ausgegeben und fungierten somit als Vorläufer der heutigen Pilgerurkunde.

In der dem heiligen Jakobus geweihten Pfarrkirche Lonnig liegt der Pilgerstempel zur Benutzung aus. Wer sich auf den Weg zum Grab des heiligen Jakobus machen will, kann also vor der Haustür in Lonnig, Münstermaifeld oder Lasserg starten. Die Routen sind mit dem Muschelsymbol ausgeschildert. Pilgerpässe gibt es u. a. bei der St. Matthias-Bruderschaft.
Den Stempel für die ersten 15 Kilometer können sich Interessenten schon am Samstag, 05, Oktober, bei der Jakobswanderung von Münstermaifeld nach Polch erlaufen. Start mit Rucksackverpflegung ist um 10 Uhr an der Stiftskirche. Für die Rückfahrt von Polch nach Münstermaifeld werden Busse organisiert. Getränke gibt es unterwegs zum Selbstkostenpreis. Infos: Heinz Schäfer, Telefon 02651/1671,

Übrigens ist der Weg der Pilger (immer der Muschel nach) nicht zu verwechseln mit dem Jakobsweg des Eifelvereins von Bonn nach Moselkern (116,5 km).
Dieser Hauptwanderweg ist der östlichste Nord-Süd-Weg des Eifelvereins und mit dem Logo, schwarzer Keil auf einem weißem Spiegel, markiert. Er führt auf der Etappe Monreal - Moselkern (35,5 km) über Geringermühle – Kolligermühle - Brückenmühle - Burg Pyrmont – Pyrmontermühle – Löffelmühle - Brückenlei – Ruine Trutz Eltz und Burg Eltz.

 
 
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