Pädagogische Berufe sind nicht nur Frauensache

Kindergärten sind auch in Zeiten der Gleichberechtigung immer noch vorwiegend Frauensache. Kaum ein Junge zieht einen sozialen Beruf für sich in Erwägung. Das Projekt „Sozial engagierte Jungs“ der Verbandsgemeinde Maifeld soll da ein bisschen Entwicklungshilfe bieten. Von April bis September 2014 leisteten neun sozial engagierte Jungs insgesamt 360 Stunden ehrenamtliche Arbeit in den kommunalen Kindertagesstätten und Horten auf dem Maifeld. Ziel des Angebotes war es, Jungen pädagogische Berufe näher zu bringen.

 


Sozial engagierte JungsSie sollten auch dort „ihren Mann“ stehen, wo sonst auf dem Maifeld nur Frauen arbeiten. Dabei standen ihnen Tobias Rutz und Marc  Battenfeld, beide Jugendkoordinatoren der Verbandsgemeinde Maifeld, helfend zur Seite und berieten die Jungs z.B. im Umgang mit Konflikten, ihrer Rolle als Erzieher oder dem Umgang mit Nähe und Distanz. „Frühkindliche Erziehung außerhalb von Familie wird in Deutschland überwiegend von Frauen geleistet“, nennt Marc Battenfeld einen der vielen Gründe für das Projekt. „Da war es uns wichtig, Jungen auch mal die Chance zu geben, in dieses Berufsfeld reinzuschnuppern. Auch mit der Hoffnung, dass sich vielleicht in Zukunft mehr Männer für den Beruf des Erziehers entscheiden.“
Zur Teamfindung mussten die Jugendlichen einige Gruppenaufgaben bewältigen. Dazu gehörten zum Beispiel der Besuch des Ettringer Klettergebiets oder der Bau der so genannten Leonardo-Brücke, einer Brückenkonstruktion, die vollkommen ohne Halteelemente, Pfeiler oder Bolzen auskommt. „Die Entwicklung eines jeden Sozial engagierten Jungen zu beobachten und zu begleiten und dabei zu sehen, wie sie durch die ihnen übertragenen Aufgaben innerhalb der Einsatzstellen wachsen, war besonders schön mit anzusehen“ resümierte Tobias Rutz, einer der beiden Mentoren seine Eindrücke aus dem Projekt. Alle Jungs konnten bei der abschließenden Reflexion für sich ein positives Fazit ziehen. „Es war zwar anstrengend, hat aber Spaß gemacht“, so Arijan Muslija, einer der Teilnehmer. Dass es nicht nur den Jungs Freude bereitete, sondern auch den Kindern in den Einrichtungen, wurde beim abschließenden Treffen mit den Mentoren, den Vertretern der Einrichtungen und dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Maximilian Mumm, bestätigt: Die Resonanz der Einrichtungen war sehr positiv. „Die Kinder haben von der Anwesenheit einer männlichen Bezugsperson profitiert“, befanden die Erzieherinnen. Marc Battenfeld, Jugendkoordinator der Verbandsgemeinde Maifeld und Mentor im Projekt, lobte auch den Einsatz der Einrichtungen: „Bei allem Positiven, das die Jungs in die Kitas bringen, bedeuten sie doch gleichzeitig viel Arbeit für die Erzieherinnen. Allen Betroffenen daher nochmals ein herzliches Dankeschön für ihr Engagement und ihre Bereitschaft, es mit einem Sozial engagierte Jungen zu versuchen!“
Durch die positiven Rückmeldungen bestärkt, wird das Ju+X Team der Verbandsgemeinde Maifeld im kommenden Jahr das Projekt erneut durchführen. Die Bewerbungsphase startet im nächsten Frühjahr.

 
 
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