Fit im Alter: Paul Nobbe strebt auch mit 95 Jahren noch Medaillen an

Paul Nobbe braucht noch sechs Medaillen, dann hat er die 150 voll.

Das soll ihm mal einer nachmachen: Mit 65 ging Paul Nobbe aus Welling in Rente. Doch statt sich auszuruhen, legte der dreifache Ingenieur für Maschinenbau, Schweißfach und Aluminium  dann erst richtig los, mit Sport. 30 Jahre und exakt 144 Medaillen bei Welt-, Europa- und Deutschen Meisterschaften liegen zwischen dem damaligen Rentenbeginn und heute. Darunter allein 95 Goldmedaillen. Paul Nobbe feierte jetzt seinen 95. Geburtstag im Kreise von Familie und Freunden und strebt für die Zukunft runde Zahlen an: 150 Medaillen, darunter 100 Goldmedaillen, sollen es insgesamt werden. Bürgermeister Maximilian Mumm und Ortsbürgermeister Manfred Gerner drücken ihm dafür ebenso wie Ehefrau Birgitta, seine drei Kinder, sechs Enkel und vier Urenkel die Daumen.

 

Die 95 Jahre sieht man ihm nicht an: Paul Nobbe mit Ehefrau BirgittaSeine beruflichen wie auch sportlichen Erfolge ließen Paul Nobbe auf der ganzen Welt zuhause sein, ob Kanada, Israel, Australien oder der Schweiz. Sein größter internationaler Erfolg aber war wohl, dass er das Herz der Schwedin Birgitta eroberte. Seit 1971 lebt die Familie in Welling. Bürgermeister Maximilian Mumm und Ortsbürgermeister Manfred Gerner gratulierten dem Jubilar und überbrachten neben persönlichen auch die Grüße der Verbandsgemeinde Maifeld und der Ortsgemeinde Welling, die sich rühmen dürfen Heimat eines mehrfachen Weltmeisters zu sein. Seine Medaillen errang der gebürtige Hamburger in Wurfdisziplinen. In jüngeren Jahren hat er aber auch Fußball gespielt (z. B. 1946 in der ungarischen Nationalmannschaft als Mittelstürmer) und geboxt (bei der Polizei Hamburg holte er als Gast den Titel im Schwergewicht). Er war versiert im Geräteturnen und machte seinen Bodybuilding-Trainerschein. Mit der Leichtathletik begann er erst im Rentenalter beim TuS Mayen.
Seine Erfolge kommen nicht von ungefähr. Paul Nobbe ist auch mit 95 Jahren noch fast täglich in seinem Fitnessstudio im ersten Stock seines Wohnhauses in Welling, steigt auf Laufrad oder Crosstrainer, absolviert regelmäßig Kraftübungen und neuro-athletisches Training. Dazu kommt die Arbeit im Garten in Welling und auf dem Sommerhaus-Gelände der Familie in Schweden. Natürlich hat er auch Wehwehchen, sagt er. Die Schmerzen werden aber ignoriert, so kämpfte er sich auch nach einem Kreuzbandriss wieder aufs Siegertreppchen. Sport und ab und an ein kleines Gläschen Wein – das sind seine Erfolgsrezepte, um mit 95 noch muskulös und beweglich zu sein.

 
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