Graue Steinwüsten contra blühende Vorgärten

Früher war der Vorgarten der Stolz eines jeden Hausbesitzers. Bunte Blumenkissen, prachtvolle Stauden und duftende, von Insekten umschwirrte Blüten leuchteten schon von weitem. Heute präsentiert sich die Visitenkarte vieler Häuser dagegen oft mit weißem Kies, dunklem Split und grauem Beton – öde Steinwüsten, höchstens mal aufgelockert durch einen einzelnen immergrünen Exoten. Als modern, unkrautfrei und „keine Arbeit machend“ werden sie beworben, tatsächlich sind sie trostlos, tot und keinesfalls so pflegeleicht wie erhofft.

 

So schön kann ein Vorgarten sein.Viele lassen Schottergärten anlegen, weil sie glauben, damit ein für alle Mal die lästige Gartenarbeit los zu sein. Vielleicht ist das am Anfang auch so, langfristig aber lagern sich Laub und Samen zwischen den Steinen und in den Fugen ab, suchen sich Flechten und Wildkräuter ihren Weg auch durch Plastikfolien – dabei ist das Jäten im Split oder Kies deutlich schwieriger als im Beet. Tatsächlich ist die Arbeit nicht mehr oder weniger als in einem naturnahen Garten, meinen beispielsweise Experten vom Naturschutzbund und empfehlen heimische Pflanzen, die im Gegensatz zu standortfremden wenig Pflege brauchen, dafür aber Schmetterlinge, Hummeln und Vögel anlocken, die in den monotonen, von der industriellen Landwirtschaft geprägten Landschaften ohnehin ums Überleben kämpfen.

SGrauer Vorgarten. Foto: NABU Dietmar Oeligerteinanlagen dagegen bieten höchstens Mauerasseln einen Unterschlupf. Sie sorgen nicht für frische, saubere Luft, sondern heizen sich im Sommer stark auf und geben nachts aufgestaute Wärme ab, der Boden kann kein Wasser speichern, Schatten spendende große Pflanzen fehlen. So hat die Versteinerung auch Auswirkungen auf das innerörtliche Klima. Nicht zuletzt deshalb sind Steingärten in einigen deutschen Städten bei Neu- oder Umbauten schon verboten. Das Maifeld setzt auf Freiwilligkeit und appelliert an Bauherren wie Kommunen, bei der Anlage und Gestaltung von Flächen auf Grün zu setzen. Zur Steigerung der Biodiversität sprich biologischen Vielfalt und im Interesse von Natur und Umwelt, also von uns allen.


 
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