Nach 22 Dienstjahren: Ältester Maifelder Bachpate geht in „Rente“

Der Bachpatenvertrag wird unterschrieben.

Stolze 22 Jahre lang kümmerte Walter Lingerhand sich um das nicht verrohrte Teilstück des Ruitscher Bachs, jetzt hat der älteste Bachpate der Verbandsgemeinde Maifeld das Ehrenamt an seinen Neffen Manuel Jäger weitergegeben. Im Rathaus in Polch traf sich der junge Familienvater mit Bürgermeister Maximilian Mumm zur Vertragsunterzeichnung. Dabei dankte Maximilian Mumm Walter Lingerhand noch einmal ausdrücklich für seinen jahrzehntelangen Einsatz: „Das war vorbildlich

 

Bürgermeister Maximilian Mumm und Manuel Jäger bei der Vertragsunterzeichnung. Mit dabei Fachbereichsleiter Rolf Bleser, Altbachpate Walter Lingerhand und Sachbearbeiterin Petra Hermes (v. links).Spritzfässer im Bach gereinigt
Schon sein Vater hatte nach dem Krieg auf dem ca. 1000 Quadratmeter großen Wiesengrundstück am Bach Bienenkästen aufgestellt. Sohn Walter übernahm die Imkerei und legte noch Forellenteiche an. Weil er manchmal „bis zu 20 Kunstdüngertüten aus dem Bach fischte“ und beobachtete, wie Bauern ihre Spritzfässer am Bach ausspülten, bewarb er sich als Bachpate: „Es musste etwas geschehen, um den Wasserlauf sauber zu halten.“ In der Folge pflanzte er am Ufer Weiden, Buchen, Erlen und Eschen („alles, was im Zuge der wasserrechtlichen Genehmigung als passend aufgeführt war“) und kümmerte sich um „seinen“ Bach. Im Winter entfernte er mit dem Rechen Äste, die sonst im Bach vermodert wären oder für Verstopfungen gesorgt hätten, im Sommer hielt er Wiese und Ufer mit der Motorsense kurz.
Mehrmals die Woche von Miesenheim nach Ruitsch
„Drei- bis viermal die Woche war ich immer oben, im Sommer öfter, im Winter manchmal nur ein- bis zweimal. Das war aufwendig, machte aber viel Spaß“, erzählt der 80-jährige Miesenheimer, der in Ruitsch aufgewachsen ist. Nach Krankheit und OP will er jetzt kürzer treten und sich nur noch um die Ostbäume- und sträucher kümmern. Den Bienenstand übernimmt ein Ochtendunger Imker, Fischteiche, Grundstücks- und Bachpflege sein Neffe: „Manuel war schon als Kind gerne hier oben. Er ist ein Naturmensch durch und durch und wenn er jetzt nach Ruitsch zieht hat er es deutlich näher als ich.“
Manuel Jäger kann dem nur zustimmen: „Ich freue mich schon, meinem zweijährigen Sohn alles zu zeigen.“

Bachpaten sind immer gefragt
Haben Sie Interesse, sich um den Bach in Ihrem Heimatort zu kümmern, dann melden Sie sich gerne bei Petra Hermes, Telefon 02654/9402-335,