Aus der Geschichte

Die Geschichte der Besiedlung im Maifeld geht zurück bis in die Steinzeit. Dies jedenfalls belegen Mammutfanggruben, die um 1930 im Gebiet der heutigen Stadt Polch gefunden wurden. Ihren Namen verdankt die Region den Kelten. Das Wort Maifeld soll auf den keltischen Ausdruck für Ebene, meginos, zurückgehen. Auch in den folgenden Jahrhunderten hinterließen die auf dem Maifeld lebenden Völker viele Spuren ihrer Besiedlung. So zeugen alte Wasserleitungen in Polch und weitere römische Funde in fast allen Orten von einer hohen römischen Siedlungskultur. Die heutigen Strukturen haben sich im Mittelalter herausgebildet. Seit dem 13. Jahrhundert gehörten die Gemeinden des Maifeldes politisch zu den Besitztümern der Erzbischöfe von Trier, die ihre fernen Untertanen durch Lehnsherren, sogenannte Vögte, regieren ließen. Die Erzbischöfe in Trier überließen den Rittern von Kobern und Grafen von Virneburg dieses Vogteirecht auf dem Maifeld.

In Polch regierte seinerzeit ein Polcher Rittergeschlecht in einer Wasserburg, die zwar heute nicht mehr erhalten ist, an deren Existenz jedoch noch die Burggasse erinnert.

Als Handelsplatz und klerikaler Mittelpunkt war Münstermaifeld von Bedeutung, das seit 985 die Marktrechte besaß. Im 13. Jahrhundert verlieh Herzog Heinrich von Isenburg dem Marktflecken die Stadtrechte. In diese Epoche fiel auch die Grundsteinlegung der Stiftskirche in Münstermaifeld. Nach fast 100jähriger Bauzeit wurde sie im Jahre 1322 zu einem Münster geweiht und erlangte als Zentrum einer klösterlichen Stiftsanlage große Bedeutung als Wallfahrtsort.

Eine weitere Hochburg kirchlicher Baukunst war Lonnig, wo im 11. Jahrhundert ein Augustinerstift gegründet wurde. Ein Kirchenneubau im Jahr 1326 ließ die Augustiner allerdings verarmen. Das Männerkonvent wurde daraufhin nach Mayen verlegt. Das Nonnenkloster siedel­te bereits zwei Jahre zuvor nach Vallendar um. Die Kirche blieb als Bauruine zurück. Reste dieser Ruine fanden später beim Bau der heutigen Kirche Verwendung.

Die Gemeinde Ochtendung bildete in diesen Jahren den Grenzbezirk der kurtrierischen Region zu Kur Köln. Wegen offenbar bestehender Konflikte der kirchlichen Landesherren, wurde 1402 in Ochtendung die Burg Wernerseck wohl als Grenzbastion errichtet.

Der Beginn der Neuzeit brachte für die Region Jahre der Entbehrung, der Not und des Elends. Insbesondere der 30jährige Krieg hinterließ eine Spur der Verwüstung. Die wechselnden durchziehenden Heere der Schweden, Spanier und kaiserlichen Truppen zerstörten in diesem Krieg nicht nur die Befestigungsanlage in Ochtendung. Für die hier lebenden Menschen brachte der Krieg Krankheit, Hunger und Tod. Besonders schlimm betroffen war Ochtendung, das bei Ende des Krieges gerade einmal 64 Überlebende zählte.

Nach dem Westfälischen Frieden und dem Ende des 30jährigen Krieges hatte die Region rund 150 Jahre Zeit, Atem zu holen, bevor erneut fremde Truppen auf dem Maifeld einfielen. Im Zuge der territorialen Auseinandersetzungen in Europa nach der französischen Revolution be­setzten französische Truppen unter Marceau 1794 das Maifeld. Die Franzosen ordneten die Einführung einer Behördenverfassung nach französischem Muster an. Die Bürgermeistereien hießen nunmehr "Mairien" und die Amtssprache war französisch, was naturgemäß die Entwicklung der Region ins Stocken brachte.

Mit dem Untergang der napoleonischen Heere in Waterloo und der territorialen Neuordnung beim Wiener Kongress im Jahr 1815 endete auch die Zeit der französischen Besatzung auf dem Maifeld. Neue Landesherren der linksrheinischen Gebiete waren die Preußen. Sie brachten den 1816 von Freiherr vom Stein begründeten neuen kommunalen Verwaltungsaufbau mit sich. Die Mairien wurden von Bürgermeistereien abgelöst. Die Preußen vollzogen auch Angliederungen und Neuzuordnungen der einzelnen Gemeinden. 1817 wurden die ehemaligen Bürgermeistereien Mertloch und Polch zur Bürgermeisterei Polch vereinigt. Ebenfalls im Jahr 1817 wurden die Gemeinden Gondorf, Hatzenport, Kattenes, Lehmen, Löf und Moselsürsch der Bürgermeisterei Münstermaifeld zugeordnet.

Im folgenden Jahrhundert scheint das Maifeld angesichts der dramatischen Entwicklung der Weltgeschichte in einen Dornröschenschlaf gefallen zu sein. Jedenfalls blieb die Region von den teilweise epochalen Umwälzungen größtenteils verschont. Zwar brachten die Kriege für die hier lebenden Menschen wieder Not und Leid, die Region selbst wurde jedoch nicht systematisch zerstört. Dramatischer sah es in der Städten Koblenz und Mayen aus, die während der Schlussphase des zweiten Weltkrieges häufig unter Beschuss standen. Dementsprechend gab es auch auf dem Maifeld Luftangriffe, die leider auch einige Opfer forderten. Häufiges Ziel von Luftangriffen waren auch die Bahnstrecke Koblenz-Mayen und das Hausener Viadukt. Die Strapazen des Krieges wurden vielerorts durch außerge­wöhnlich strenge Winter in den Jahren 1942 - 1944 verstärkt.

Diesmal waren es die Amerikaner, die - allerdings als Befreier - 1945 in das Maifeld einmarschierten und die Schrecken des 1000jährigen Reiches beendeten. Nach Bildung der französischen Besatzungszone wurde das Maifeld dieser zugeordnet. Die Alliierten lösten die von den Nationalsozialisten eingesetzten Bürgermeister ab. Seit dem Wiederaufbau der kommunalen Selbstverwaltung und der Gründung des Landes Rheinland-Pfalz leiteten auch die Menschen im Maifeld ihre Geschicke wieder selbst.



Interessantes aus der Geschichte der Verbandsgemeinde Maifeld ab dem Jahr 1970:

Aufgrund des 8. Landesgesetzes über die Verwaltungsvereinfachung im Lande Rheinland-Pfalz wurde am 07.11.1970 die Verbandsgemeinde Maifeld gebildet. Gleichzeitig wurden die Gemeinden Dreckenach, Moselsürsch, Gondorf, Hatzenport; Kattenes, Lehmen und Löf, die bis dato, außer der Gemeinde Dreckenach, der Bürgermeisterei Münstermaifeld angeschlossen waren, der Verbandsgemeinde Untermosel zugeordnet.

Am 31.12.1975 wurden die Orte Keldung, Küttig, Lasserg, Metternich und Mörz in die Stadt Münstermaifeld eingemeindet.

Die seit dem 13. Jahrhundert bestehenden Stadtrechte der Stadt Münstermaifeld wurden am 02.07.1977 überarbeitet und erneuert. Der 18.12.1987 war ein besonderer Tag für die Bürger der Stadt Polch. An diesem Tag wurden der Stadt Polch die Stadtrechte verliehen.

Im Rahmen der überregionalen Zusammenarbeit der angrenzenden Verbandsgemeinden und Städte wurde am 08.06.1994 die Kommunale Arbeitsgemeinschaft für die Region Mayen (KOMAG), der die VG Mendig, VG Vordereifel, die Stadt Mayen und die VG Maifeld angehören, gegründet.

Die letzte Gebietsänderung in der Verbandgemeinde Maifeld wurde am 01.01.1996 vorgenommen. Die Sackenheimer Höfe, die bis dahin der Ortsgemeinde Bassenheim (VG Weißenthurm) angehörten, wurden durch einen Gebietstausch in die Ortsgemeinde Ochtendung umgemeindet.

 
 
Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Einverstanden